Bei Distribution und Logistik, dem Kundenservice sowie in Produktinnovationen werden die größten Chancen eines KI-Einsatzes im Mittelstand gesehen: Dies ist ein Ergebnis der Kurzstudie „KI im Mittelstand – Relevanz, Anwendungen, Transfer“, für die rund 50 KI-Experten von der Mittelstand-Digital-Begleitforschung befragt wurden. Die Publikation soll dazu beitragen, den Begriff KI zu entmystifizieren: KI ist weder Science-Fiction noch ein Allheilmittel für den Mittelstand. Die Einsatzmöglichkeiten und Voraussetzungen von KI-Anwendungen sollten fallbasiert geprüft werden. Sind diese gegeben, dann eröffnet KI große Potenziale für mittelständische Unternehmen.

Neben den vielfältigen Chancen, welche sich durch den KI-Einsatz im Mittelstand ergeben, zeigen die Ergebnisse der Befragung aber auch, dass es im Mittelstand noch einige Hindernisse für einen breiten KI-Einsatz gibt, Als größte Hürde für den KI-Einsatz werden fehlendes IT-Know-how bzw. fehlende Fachkräfte gesehen. Auf Rang zwei folgt die häufig zu kleine Datenbasis mittelständischer Unternehmen, an dritter Stelle Datensicherheitsbedenken. Das spiegelt altbekannte Probleme wider: Mittelständler haben aufgrund des Fachkräftemangels regelmäßig Probleme, IT-Fachkräfte für sich zu gewinnen. Teils noch schwerer wiegt die überschaubare Datenmenge, welche kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung haben. Denn die selbstlernenden Algorithmen in KI-Lösungen müssen im Vorfeld mit möglichst vollständigen Daten gefüttert werden, um später brauchbare Ergebnisse zu liefern. Ein Lösungsansatz kann hier die Nutzung von KI-Services in der Cloud sein – sogenannte KI-as-a-Service-Angebote: Der Cloudanbieter stellt dabei verschiedenste KI-basierte Services zur Verfügung. Das Unternehmen kann sich diese nach dem Baukastenprinzip passend zusammenstellen und zahlt nur so viel, wie tatsächlich genutzt wird. Dieses Pay-per-Use-Prinzip reduziert das Investitionsrisiko erheblich. Zudem benötigen mittelständische Unternehmen, die auf KI-as-a-Service-Angebote setzen, weniger eigenes IT-Know-how und können die Technologie schneller einsetzen, als das bei einer betriebsspezifischen Entwicklung der Fall wäre. Ein weiterer Vorteil: Die IT-Infrastruktur von Cloudanbietern ist im Durchschnitt sicherer als die im eigenen Betrieb. Bei sorgfältiger Auswahl des Anbieters ist somit auch eine hohe Datensicherheit gewährleistet.

Als sinnvolle öffentliche Maßnahmen zur Förderung des Transfers von KI in den Mittelstand werden vor allem das Aufzeigen von Best Practices, der Einsatz von KI-Trainern sowie das Durchführen von Qualifizierungsmaßnahmen eingeschätzt.

Die Studie kann hier abgerufen werden.

Quelle: BMWi – Newsletter Mittelstand digital